Ortsverein Bonn-Holzlar-Hoholz
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Schmutzige Geschäfte

Wir schrecken alljährlich auf, wenn das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI seinen Bericht über weltweite Waffenexporte veröffentlicht. Die USA, Russland und China gehören zu den größten Profiteuren dieses Geschäfts und Deutschland ist auch nicht unschuldig.

Mir ist es wichtig, Waffenexporte mit moralischen und ethischen Werten zu bewerten. In den Herstellerländern der Waffen werden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, Forschungsinstitutionen erhalten lukrative Aufträge aus der Rüstungsindustrie und gemeinsam generieren sie durch den Verkauf von Flugzeugen, Raketen, Schiffen, U-Booten, Gewehren oder Pistolen erhebliche betriebswirtschaftliche Gewinne. In den Empfängerländern, die oftmals keine Demokratien oder fragil sind, dienen die modernen Waffensysteme im günstigsten Fall zur Abschreckung. In der Regel allerdings zur Drangsalierung der eigenen Bevölkerung oder sie geraten in die Hände von Terroristen. Zumal kein Exporteur und kein Rüstungsbetrieb eine Evaluation seiner Geschäfte erstellt, um daraus eventuell Konsequenzen zu ziehen. Alles läuft nach der Devise "Aus den Augen, aus dem Sinn." Vor allem Kleinwaffen wie Gewehre und Pistolen landen sehr schnell bei Terroristen oder Rebellen. Und so werden zwangsläufig unschuldige Menschen rund um den Globus durch Waffen mit dem Aufdruck "Made in Germany", "Made in USA" oder "Made in China" bedroht, verletzt oder getötet. 

Eine moralische oder ethische Legitimation für Waffengeschäfte gibt es selbst bei einer sehr konservativen Interpretation nicht. Es verbietet sich schlicht und einfach, da diese Deals außerhalb der Menschenrechte und der Menschenwürde stehen. Und warum werden solche Exporte deshalb nicht massiv eingeschränkt oder gar verboten? Weil die Gewinnmaximierung höher als Moral und Ethik rangiert und weil man sich eine Welt ohne Waffen nicht vorstellen kann. Es ist und bleibt ein schmutziges Geschäft.

 

Rainer Bohnet, 11.12.2017

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