Ortsverein Bonn-Holzlar-Hoholz
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Mit Avicenna kann man reden, mit Extremisten nicht

Am 19. Dezember 1037 starb der arabische Arzt und Philosoph Avicenna. WDR 2 erinnert heute an ein Genie, das lebenslang vor Extremisten auf der Flucht war.

Wie oftmals festzustellen, kann man dieses Szenario in die heutige Zeit transferieren, in der wir wieder von Extremisten jeglicher Couleur umzingelt sind. In unserer heutigen globalisierten und fragilen Welt kann sich die Diplomatie allerdings Gesprächen nicht grundsätzlich verschließen. Natürlich fällt es schwer, mit Despoten in den USA, in Russland, in der Türkei oder in Saudi Arabien zu sprechen oder zu verhandeln, ohne die Faust in der Tasche ballen. Es geht bei solchen bilateralen Gesprächen um wichtige und entscheidende Dinge wie den Klimawandel, Flüchtlingsursachen, Ressourcensicherung, Frieden, Wirtschaftsaufträge, Menschenrechte. Diese Aufzählung, die keineswegs vollzählig ist, verdeutlicht die Dimension, die heutige Diplomaten bearbeiten müssen. Und dabei dürfen sie niemals vergessen, dass sie einen Eid auf das deutsche Grundgesetz geschworen haben.

Auch mir fällt es zunehmend schwer, mit Extremisten zu sprechen. Die gibt es nicht nur in der Weltpolitik, sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ihnen ist gemeinsam, dass sie ein beschränktes Weltbild haben, ihre Ansichten sind unverrückbar, sie verteufeln jeden der eine abweichende Meinung vertritt, sie haben angeblich die Wahrheit gepachtet und sie hassen jeden Philosophen, der ihr vertracktes Weltbild ins Wanken bringen könnte.

Wenn wir allerdings mit diesen Zeitgenossen nicht mehr sprechen, gleiten sie in die Radikalisierung ab und gehen der Demokratie auf Dauer verloren. Deshalb stelle ich mich immer wieder durchaus anstrengenden Debatten und versuche dabei, die demokratischen Grundsätze und den Respekt vor den Menschen uneingeschränkt zu praktizieren. Und ich werde in den verbalen Kampfmodus umschalten, wenn die Extremisten diese Grundsätze des menschlichen Umgangs in einer offenen Gesellschaft angreifen. Hoffentlich gelingt dies auch den Diplomaten in ihren Gesprächen mit den Trumps, Putins und Erdogans dieser Welt.

 

Rainer Bohnet, 19.12.2017

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